Trucker auf Reisen - Vorschriften in anderen Ländern

Vorschriften und Verbote für LKW-Fahrer

Wer mit seinem LKW auch im Ausland unterwegs ist, sollte sich vorab auch über die dort gültigen Gesetze informieren. Denn auch hier gilt: Andere Länder, andere Sitten. Im folgenden Beitrag möchten wir Ihnen einmal die wichtigsten LKW-Vorschriften im europäischen Ausland vorstellen.

Belgien

Auf Belgiens Autobahnen gilt für alle LKWs mit einem Gewicht von 3,5 Tonnen eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Ebenfalls dürfen Laster mit dieser Gewichtsklasse nicht auf den dreispurigen Autobahnen die linke Fahrspur zum Überholen nutzen. Sobald es zu Niederschlägen wie Regen oder Schnee kommt, gilt ein absolutes Überholverbot. Besonders das Überholverbot bei Regen wird häufig missachtet. Die Hälfte aller erwischten Fahrer stammten hier übrigens nicht aus Belgien. 

 

Auch bei einem Verstoß gegen die Lenk- und Ruhezeiten drohen hohe Strafen. Wer als Fahrer die Wochenendruhe von 45 Stunden in seinem Fahrzeug verbringt, der muss mit einer Strafe von 1.800 Euro rechnen. Die Ruhezeit muss in einem Hotel oder in einer Wohnung stattfinden, auch wenn das Fahrzeug über ein Bett verfügt. 

Österreich

In Österreich gilt für Lastwagen über 7,5 Tonnen am Wochenende ein generelles Fahrverbot. Mit davon betroffen sind auch Arbeitsmaschinen. Dies gilt von Samstag 15:00 Uhr bis Sonntag 22:00 Uhr. Auf bestimmten Strecken beginnt dieses Fahrverbot allerdings bereits um 8:00 Uhr. Übrigens gilt das Verbot auch für LKW mit einem Anhänger, wenn die Zugmaschine oder der Anhänger schwerer als 3,5 Tonnen sind. 

 

Daneben gibt es aber auch noch das Nachtfahrverbot zwischen 22:00 Uhr und 5:00 Uhr für alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht. Allerdings gibt es hier Ausnahmen: lärm arme Fahrzeuge mit der entsprechende Bescheinigung dürfen fahren. Auch der kombinierte Güterverkehr Straße-Binnenschifffahrt und Straße-Schiene darf sich auf den Straßen bewegen. 

 

Das Mitführen einer fluoreszierenden Warnweste ist ja schon obligatorisch aber auch die Fahrzeuge müssen mit einer reflektierenden Warntafel und rotem fluoreszierendem Rand gem. ECE-regelung Nr. 70 gekennzeichnet werden. Zusätzlich gilt Winterreifenpflicht und für die Antriebsachse auch das Mitführen von Schneeketten. 

Italien

In Italien wird ebenfalls eine Warnweste verlangt, die allerdings der DIN EN 471 entsprechen muss. Auf der Rückseite von Hänger und Zugmaschine müssen Aufkleber angebracht sein die die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten außerhalb geschlossener Ortschaften angeben. 

Frankreich

In Frankreich beginnt das Fahrverbot für LKW ab 7,5 Tonnen erst samstags um 22:00 Uhr und endet sonntags um 22:00 Uhr. Hiervon ist also mehr der Sonntag betroffen. Gleiches gilt für Feiertage. Vor einem Feiertag beginnt das Fahrverbot um 22:00 Uhr und ist dann für 24 Stunden gültig. Ausnahmen gibt es aber auch hier. Wenn mindestens die Hälfte der Ladung aus verderblicher Ware besteht oder lebende Tiere transportiert werden, gilt dieses Verbot nicht. Und auch in Frankreich darf während der Wochenendruhe nicht im Fahrzeug übernachtet werden. Hier drohen Geldstrafen von bis zu 30.000 Euro oder sogar Gefängnis. 

Estland und Finnland

In Estland gilt die Winterreifenpflicht vom 1.Dezember bis zum 1. März. Diese kann sich je nach Witterung aber ändern und auch von Oktober bis April gültig sein. Radialreifen müssen eine Profiltiefe von mindestens 3 mm vorweisen können. Schneeketten sind nur auf schnee- und eisbedeckten Straßen erlaubt und Spikes für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen generell verboten. 

 

Auch in Finnland gilt die Winterreifenpflicht, allerdings nur mit einer Profiltiefe von mindestens 1,6 mm. Für Schneeketten gilt die gleiche Regelung wie in Estland aber Spikes sind von November bis zum ersten Montag nach Ostern erlaubt. Dazu kommt ein Tempolimit von 80 km/h. 

Schweiz

Vorschriften für LKW-Fahrer in der Schweiz

Samstags, Sonntags und an Feiertagen dürfen Lastwagen in der Schweiz nicht fahren, bzw. müssen auf dem Parkplatz bleiben. Dies gilt für LKW über 3,5 Tonnen und Sattelzügen über 5 Tonnen von 0:00 bis 24:00 Uhr. Das Nachtfahrverbot erstreckt sich über die Zeit von 22:00 bis 5:00 Uhr. Jeder Kanton kann aber Ausnahmegenehmigungen erteilen. Die nationalen Autobahnen sind allerdings von den Fahrverboten nicht betroffen. 

Spanien

Ein generelles Fahrverbot für Lastkraftwagen gibt es in Spanien nicht. Dieses gibt es nur für den Gefahrgutverkehr. Keine Gefahrgüter dürfen an den Sonn- und Feiertagen von 8:00 bis 24:00 Uhr transportiert werden. Ganztägig gilt dieses Verbot für den 1. Und 31. Juli und den 1. August. Dies gilt ebenfalls für den Vorfeiertag, wenn dies kein Samstag ist. An diesen Tagen gilt das Fahrverbot für Gefahrguttransporte zwischen 15:00 und 24:00 Uhr. Wer rund um Madrid und Barcelona unterwegs ist, der kann aber auch von einem Fahrverbot bei hohem Verkehrsaufkommen getroffen werden. Auf den Zufahrtsstraßen und Autobahnen rund um Madrid gilt zudem für alle LKW mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen ein Verbot aus Madrid von 15:00 bis 24:00 Uhr für den Freitag und für den Samstag von 10:00 bis 15:00 Uhr. Ein Einfahrtsverbot für Madrid gibt es jeden Sonntag von 15:00 bis 24:00 Uhr. 

Osteuropa

Außer in Rumänien gibt es in ganz Osteuropa kein Wochenendfahrverbot. Und auch dort sind es nur wenige Strecken die davon betroffen sind. Hier sind die Regeln nicht so streng wie im restlichen Europa. In Polen müssen nur LKW mit einem Gewicht von über 12 Tonnen an den Feiertagen von 8:00 bis 22:00 Uhr und an den Vorfeiertagen von 18:00 bis 22:00 Uhr auf den Parkplätzen stehen bleiben. In Litauen und Lettland gibt es dafür keinerlei Einschränkungen. Auch in Tschechien ist das Fahrverbot recht kurz. Hier gilt es für LKW ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen an Sonn- und Feiertagen von 13:00 bis 22:00 Uhr.

 

Wer in Ungarn unterwegs ist, der ist in den Monaten Juli und August auch samstags von einem Fahrverbot zwischen 15:00 und 24:00 Uhr betroffen. Am Sonntag müssen die LKW von 0:00 bis 222:00 Uhr stehen bleiben.