Der Tesla Semi Truck: Heiße Luft oder die Zukunft?

Die Zukunft der LKWs

Der hochgepriesene Tesla-Truck konnte nun bereits die ersten Testfahrten absolvieren. Auch dem Instagram Account des Tesla Chefs gab es bereits das erste Bild. Hierauf waren zwei Modelle mit ihren Akku-Paketen zu bewundern. Auf der Testfahrt sollten die beiden LKW eine Strecke von 390 km absolvieren, nämlich von Teslas Gigafactory zur eigenen Fabrik nach Kalifornien. Experten bezweifeln allerdings, dass die LKW bei einer vollen Beladung eine Strecke von 800 km zurücklegen können, ohne „nachzutanken“. Denn immerhin gibt es zwischen den beiden Stationen noch zusätzlich mehr als 1.300 Höhenmeter zu bewältigen. 

Die Zukunft auf vier Rädern

Der Tesla Truck hat an den hinteren Achsen vier unabhängige Antriebe. In nur fünf Sekunden soll es die Zugmaschine auf 100 km/h bringen, da es hier zu einer Direktübertragung kommt, wie es bei E-Autos üblich ist. Mit einer Ladung von etwa 30 Tonnen, soll er diese Geschwindigkeit immer noch in 20 Sekunden erreichen können. Bei einer Steigung von bis zu 5 Prozent liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 104 km/h. Das liegt sicherlich auch am aerodynamischen und futuristischen Design des Boliden. 

 

Aber auch die Sicherheit kommt hier nicht zu kurz. Der Tesla Semi verfügt über einen Notbremsassistenten, einem Kollisionswarnsystem und einer Spurhaltefunktion. Eine geborstene Scheibe gehört ebenfalls der Vergangenheit an. Das ist besonders in den USA sehr wichtig, da hier ein LKW mit einer geborstenen Scheibe nicht mehr bewegt werden darf. 

 

Die Reichweite beträgt abhängig vom Akku zwischen 440 und 800 km. Jedoch werden zu den Akkus keine Einzelheiten genannt. Pro Meile soll der Energieverbrauch bei weniger als 2 kWh liegen. Wer nachladen muss, der kann bereits nach 30 Minuten weitere 640 km fahren. Für die LKWs soll es dazu einen Megacharger geben. Hierzu wurden bereits die ersten Supercharger-Stationen eröffnet. 

 

Wer sich in das Cockpit setzt, der fühlt sich wie in einem Raumschiff. Mit einem gewöhnlichen LKW ist hier nichts zu vergleichen. Als Fahrer kann man hier entweder mittig sitzen oder sogar stehen. Auf der linken und rechten Seite befinden sich große Touchscreens und der Blick des Fahrers kann in alle Richtungen schweifen. Es gibt kaum noch Schalter oder Knöpfe. 

Das kostet der Tesla Semi

130.000 Dollar soll die Variante mit dem kleineren Akku kommen, die dann 500 km schafft. Wer 800 km ohne Nachladen fahren möchte, der muss circa 180.000 Dollar auf den Tisch des Tesla Chefs legen. Mit einer Anzahlung von 20.000 Dollar können die Trucks reserviert werden. Wer sich allerdings auch hier von der Masse absetzen möchte, der kann auf die limitierte Founder Serie für 200.000 Dollar zurückgreifen. Hier muss allerdings der Preis bereits bei der Bestellung voll bezahlt werden. 

 

Bereits im Mai 2019 soll die erste Lieferung erfolgen. Dieser Termin sollte allerdings nicht so ernst genommen werden, da auch die Präsentation bereits mehrmals verschoben wurde. Zudem gab es auch schon Lieferschwierigkeiten beim Model 3. 

 

Für einen Spediteur bleibt der Treibstoff der Hauptkostenpunkt. Und genau hier soll der Tesla Semi Punkten. Pro Jahr sollen hier rund 170.000 Dollar eingespart werden können. Eine Meile kostet mit dem Semi 1,26 Dollar. Wird im Konvoi gefahren, reduzieren sich die Kosten auf 0,85 Dollar. Bei einem Diesel kostet die Meile circa 1,51 Dollar. Das bedeutet, dass hier pro Meile fast 20 Prozent gespart werden können. Somit würde sich die Anschaffung bereits nach einem Jahr rechnen. 

Pepsi ordert 100 Semi Trucks

Die US-Wirtschaft zeigt schon jetzt reges Interesse am Tesla Truck. UPS orderte bereits jetzt 125 Fahrzeuge. Ziel des Unternehmens ist es, bis zum Jahr 2020 25 Prozent der Fahrzeuge über alternative Kraftstoffe anzutreiben.  Auch Pepsi orderte bereits 100 LKW für einen Wert von ungefähr 15 Millionen Dollar. 50 LKW wurden vom Nahrungsmittelproduzent Sysco und 40 LKW von Budweiser geordert. Auch die DHL US-Tochter orderte 10 LKW.

Der Pick-up

Zusätzlich zum Elektro Truck hat Tesla Chef Musk noch einen Pick-up vorgestellt. Das Gefährt soll laut Zeichnung einen kompletten Ford F-150 transportieren können. Also ganz schön gewaltig. Besonders in den USA könnte dieses Fahrzeug großen Anklang finden, da die Amerikaner Pick-ups lieben. Hiermit möchte sich Tesla wohl auf dem amerikanischen Markt positionieren. Allerdings gibt es bisher lediglich eine Zeichnung. Auch wenn es noch keine technischen Daten gibt, werden diese sich wohl nicht deutlich vom E-Truck unterscheiden. Optimisten rechnen mit einem Marktstart etwa im Jahr 2022. Vorrang haben erst einmal der Truck und der Roadster. Zusätzlich gibt es ja noch die Engpässe beim Model 3. Zusätzlich wurde ein Bus für den Nahverkehr angekündigt. Langfristig plant Musk eine ganze Flotte von selbstfahrenden Fahrzeugen mit Roboter Transportern und Taxen. Hiermit soll der Markt auf dem Straßenverkehr revolutioniert werden. 

 

Auch wenn Tesla in der Vergangenheit bereits viel versprochen hat und es immer wieder zu Engpässen kommt, konnte Tesla den Markt schon jetzt umkrempelt. In Zukunft könne wir hier sicherlich noch einiges erwarten.